Der Tonus
     

Gerda Alexander erfasste intuitiv, was inzwischen neurologisch weitgehend bestätigt wird: Die verschiedenen Funktionssysteme des Körpers beeinflussen sich gegenseitig, und sie befinden sich in ständigem Austausch mit der Umwelt.

Als Tonus wird die Grundspannung der Muskulatur bezeichnet. Eine flexible Grundspannung reagiert äusserst sensibel auf alle inneren und äusseren Ereignisse. Sie passt sich der jeweiligen Situation an. Tonusveränderungen geschehen im allgemeinen unwillkürlich. Der Körpertonus erhöht sich z.B. beim Bewegen, und er senkt sich im Schlaf. Er steht in engem Zusammenhang mit der Gefühlswelt: Freude, Angst und Erregung wirken tonuserhöhend, Müdigkeit, Traurigkeit und Erschöpfung tonussenkend.

Bei vielen Menschen ist die Tonusflexibilität durch Verspannungen und Fehlhaltungen eingeschränkt. Der Tonus kann andauernd zu hoch, andauernd zu tief oder auch in einem Mittelbereich fixiert sein. Die Eutoniearbeit führt dahin, Tonusveränderungen zu beobachten, wahrzunehmen und zu erleben. Die Fixierungen lösen sich dabei allmählich. Der Tonus kann mit der Zeit auch bewusst beeinflusst werden.

Die Eutonie setzt in ihrer Arbeit am Körper an. Sie erfasst aber den Menschen in seiner Ganzheit. Je flexibler der Tonus wird, umso erlebnisfähiger wird der Mensch für die Spannbreite des Lebens.